Das alte Straßenbauamt seht immer noch leer

    SPD Burtscheid unterstützt die Forderung der SPD Aachen nach mehr bezahlbare Wohnungen. Wohnen muss bezahlbar bleiben!🏠 Aus diesem Grund fordern wir: Das Grundstück des alten Straßenbauamts in der Karl-Marx-Allee ist seit sieben Jahren ungenutzt – es muss etwas passieren! Auf dem Grundstück soll studentisches Wohnen zum bezahlbaren Preis entstehen. Das Land NRW hat das Grundstück an einen privaten Investor verkauft. . Aber noch tut sich nichts. Der Verursacher des Problems ist das Land, das mit seiner Verkaufspolitik auf maximalen Gewinn aus ist.

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    Presseartikel

    Aachener Zeitung 18.11.2020

    Kaufverhandlungen ziehen sich immer noch hin

    Nach Abschluss eines Bieterverfahrens hängt das alte Straßenbauamt an der Karl-Marx-Allee weiter in der Warteschleife

    AACHEN Der Verkauf des ehemaligen Straßenbauamts an der Karl-Marx-Allee bleibt eine zähe Angelegenheit. Auch vier Monate nach Abschluss eines umstrittenen Bieterverfahrens konnte die Kaufabwicklung noch nicht abgeschlossen werden. Das verzögert auch den Bau studentischer Wohnungen.

    Wie der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb BLB auf Anfrage mitteilt, dauern die Verkaufsverhandlungen für das gut 5000 Quadratmeter große Grundstück samt Aufbau mit dem Höchstbietenden weiter an. Wann mit einem Abschluss zu rechnen ist, konnte der BLB nicht mitteilen. Aus Gründen der Vertraulichkeit könnten keine weiteren Angaben zum Stand des Verfahrens gemacht werden, heißt es seitens der Pressestelle.

    Damit ist siebeneinhalb Jahre nach Auszug des Landesstraßenbaubetriebs weiter unklar, wann der Standort, der ausdrücklich als neue Wohnbaufläche vorgesehen ist, neu genutzt werden kann. Viele Jahre hatte die Stadt gehofft, auf direktem Weg selbst in den Besitz des Grundstücks kommen zu können. Umso größer war der Ärger, dass es im Frühjahr meistbietend zum Verkauf angeboten wurde. Den Zuschlag hat im Sommer ein bislang unbekannter Privatinvestor erhalten.

    Er ist nun gehalten, auf dem Grundstück zu 100 Prozent öffentlich geförderten Wohnraum für Studenten zu schaffen – und zwar für einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren. Die Nutzung und die gesamte Baumaßnahme müssen mit der Stadt abgestimmt werden, wie der BLB ausdrücklich festgehalten hat. Unklar ist, ob es zeitliche Vorgaben für eine neue Bebauung gibt.

    Derweil vergammelt der fünfgeschossige Verwaltungsbau aus den 1960er Jahren weiter. Zum Hauptgebäude, das seit März 2013 leer steht, gehören noch ein kleinerer Nebenbau, ein Luftschutzkeller, mehrere Garagen und eine Stellplatzfläche für rund 40 Fahrzeuge. Eine Umnutzung halten Fachleute kaum noch für möglich. Sie halten eher einen Abriss der Bestandsbauten und einen Neubau für nötig. (gei)

    Aachener Nachrichten  23.3.2020

    VON GERALD EIMER Redakteur

    Die Gammelzeit geht zu Ende: Das alte Straßenbauamt an der Karl-Marx-Allee soll endlich verkauft werden. Der BLB will einen Verkaufspreis von mindestens 3,1 Millionen Euro erzielen.

    AACHEN Das alte Straßenbauamt an der Karl-Marx-Allee wurde vor vielen Jahren dem Zerfall überlassen: Jetzt soll es endlich verkauft werden, damit neuer Wohnraum für Studierende in Aachen entstehen kann. Der BLB will einen Verkaufspreis von mehreren Millionen Euro erzielen.

    Vor sieben Jahren haben die letzten Beschäftigten das ehemalige Landesstraßenbauamt an der Karl-Marx-Allee verlassen. Seitdem kann man dem 1965 errichteten Bürogebäude beim Zerfall zusehen. All die Jahre lang hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes auch zum Ärger vieler Aachener Wohnungspolitiker keine klare Entscheidung für die Immobilie treffen können. Jetzt soll sie meistbietend verkauft werden.

    „Das ist ja wohl ein schlechter Witz“, lautete die erste Reaktion von Sebastian Breuer, wohnungspolitischer Sprecher der Grünen, als er am Freitag mehr oder weniger zufällig die Verkaufsanzeige für das „attraktive Grundstück mit Bestandsobjekt“ in Burtscheid entdeckt hat. „Sieben Jahre ringen wir um dieses Grundstück, und jetzt endet es bei Immoscout“, empört er sich und fragt: „Wieso kriegt es nicht die Stadt?“

    Noch allerdings hat die Stadt Hoffnung, mit Hilfe der Wohnungsgesellschaft Gewoge in den Besitz des gut 5000 Quadratmeter großen Grundstücks zu kommen, wie Wohnungsdezernent Manfred Sicking, deutlich macht. „Die Stadt wird sich über die Gewoge bewerben“, kündigt er an. Und er rechnet sich gute Chancen aus, angesichts eines erwarteten Kaufpreises von mindestens 3,1 Millionen Euro den Zuschlag zu bekommen.

    Sicking gibt zu, dass die Stadt lieber ohne Ausschreibung in den Besitz der Immobilie gekommen wäre. „Aber wir können es uns nicht aussuchen.“ Der kurzfristig vollzogene Schwenk seitens des BLB hin zum Bieterverfahren sei zumindest für die Stadt nicht überraschend gekommen. „Das war sehr offen und transparent mit uns abgestimmt“, sagt er. Die Kommunikation mit dem Landesbetrieb laufe derzeit „ziemlich gut“. Das klang in der Vergangenheit auch schon mal anders.

    Studentischer Wohnraum

    So macht der BLB ganz im Sinne der Stadt in der Ausschreibung deutlich, dass der Käufer verpflichtet wird, auf dem Grundstück geförderten studentischen Wohnraum schaffen zu müssen. Mindestens 25 Jahre lang müssten die Mietobergrenzen demzufolge eingehalten werden. Ob der Ankauf unter diesen Umständen auch für private Investoren interessant ist, ist schwer abzusehen. „Im Bieterverfahren steckt man nicht drin“, meint Sicking, „vielleicht gibt es Konkurrenten, die wir noch gar nicht kennen.“

    Er zeigt sich jedenfalls froh, dass das Grundstück nun endlich auf dem Markt ist und der langjährige Leerstand damit in absehbarer Zeit ein Ende finden kann. Die erste Bieterrunde dauert rund zwei Monate und soll am 25. Mai enden, kündigt der BLB an. Wegen der Corona-Krise ist aber auch das nicht ganz sicher. Schwierig ist es unter Umständen, Besichtigungstermine zu vereinbaren, so dass auch eine Verlängerung des Bieterverfahrens möglich sei. Ein Abbruch des Verfahrens könne derzeit jedoch auch nicht ausgeschlossen werden.

    Apropos Abbruch: Eine Sanierung des fünfgeschossigen Bürogebäudes, wie sie der BLB in der Ausschreibung für denkbar hält, schließen die meisten Experten inzwischen aus. Der marode und in Teilen auch verwüstete Bau inklusive eines Nebengebäudes mit der einstigen Hausmeisterwohnung und der Garagen werde wohl abgerissen werden müssen, wobei die Kosten dafür ebenfalls schnell siebenstellig werden könnten.

    Der BLB hatte in der Vergangenheit mehrfach die Strategie im Umgang mit dem leerstehenden Zweckbau gewechselt und unterschiedliche Optionen geprüft. Die Stadt hatte derweil von Anfang an ihr Interesse angemeldet. Anfangs wurde dort auch eine Unterkunft für Flüchtlinge erwogen, inzwischen geht es jedoch nur noch um den Bau eines Studentenwohnheims. Sowohl FH Aachen als auch Katholische Hochschule liegen in fußläufiger Nähe, wirbt der BLB, die Institute der RWTH Aachen sind mit Bussen und Fahrrad ebenfalls schnell erreichbar.

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