Informationen zum Hintergrund Kur- und Reha-Einrichtungen

Rahmenbedingungen für die Zukunft von Burtscheid

Masterplan Aachen 2030 (Stadt Aachen Dez. 2012)


Konzeption der Entwicklung vom Kurviertel zum modernen Gesundheitszentrum (siehe Grafik)

 

Innenstadtkonzepts 2022“ (Stadt Aachen 2015):

 Neben dem in der Planung befindlichen  Projekt der Umsetzung des Südausgangs am Hauptbahnhof, der Konzeption der Premiumwege ins Aachener Grün (hier in den Burtscheider Kurgarten) und somit der Schaffung einer besseren Anbindung Burtscheids an die Innenstadt benannt:   Bachoffenlegung, Umgestaltung Fußgängerzone Burtscheider Markt bis Bereich Abteitor,  Umsetzung Parkpflegewerk Burtscheider Kurgarten, Umgestaltung westliche Bachstraße

Ratsantrages 09.10.2017 zu einem „Zukunfts- und Handlungskonzept für den Kur-, Bade-, Reha- und Gesundheitsstandort“ in Burtscheid

Beauftragung eines Gutachten zu „Bedarfs- und Potentialanalyse für den Kur- und Reha Standort Burtscheid“ beauftragt.  (siehe Teil 1 der Dokumentation)

Planungsausschuss 9.1.2019 und Antwort der Verwaltung

Eine planerische Qualifizierung und die Ausarbeitung, beispielsweise eines „Mobilitätskonzeptes“ und der Betrachtung von „Verkehrs-, Erholungs- und Freizeitflächen“, kann erst stattfinden, nachdem die Bedarfe der Kliniken erörtert wurden. Alle Themen müssen bei der Herangehensweise und Beantwortung zur Sinnhaftigkeit, Förderfähigkeit, Zeitpunkt und Umfang einer Rahmenplanung, einer Bachoffenlage oder dem Umbau der Fußgängerzone aufeinander abgestimmt werden und in einer sinnvollen Abfolge gemäß der gesamtstädtischen Prioritäten gebündelt werden. … Beauftragung einer Machbarkeitsstudie „Wasser sichtbar machen in Burtscheid“

Verkauf der Rheumaklinik und des Schwertbades

Die ehemalige Rheumaklinik oder Landesbad und das Schwertbad wurden von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen übernommen, 2015 an die damaligen Salvea Gruppe verkauft. Die Gebäude des Landesbads wurden an den privaten Investor REAQ verkauft. Im Juli 2017 wurden die Räume leergeräumt, da der Mietvertrag mit dem Schwertbad nicht verlängert wurde.  Der Umzug der psychosomatischen Rehabilitation nach Bardenberg fand anschließend statt. Der Eigentümer, Wolfgang Hoever, hat seinen Anteil an seiner ursprünglichen Gesellschaft SALVEA zu 75 % verkauft, nur das Schwertbad und die Klinik in Bardenberg gehören noch zur Inoges AG.  2019 wurden der Name des Schwertbades in VIALIFE geändert.

Zukunft des Schwertbades

Die Reha für rheumatische Erkrankungen scheint weitgehend zurückgedrängt, nach dem Professor Ekkehard Genth, ehemaliger Chefarzt die Rheumaklinik 2014, verlassen hat. Die Nutzung des Bades durch die Rheumaliga findet nicht mehr statt.

Mit 120€ pro Tag und Patient und einer Kapazität von 120 Betten, steht das Schwertbad unter betriebswirtschaftlichem Druck und in Konkurrenz zu anderen günstigeren Standorten. Für die Orthopädie in Aachen liegt der Bedarf bei 200 – 300 Plätzen, d.h. 20.000 qm. Eine Erweiterung um eine neurologische Abteilung ist gewünscht. Sie könnte auch in Bardenberg auf der dort verfügbaren freien Fläche neugebaut werden.  Der gesamte Bedarf liegt dann bei ca. 500 Betten und 100 ambulanten Plätzen und Investitionen von 60 bis 100 Mio. Euro.

Sicherung und Erweiterung Rosenquelle

In der zum Marienhospital gehörenden Rehaklinik besteht langfristig Bedarf an Erneuerung. Mit 115 Betten ist die Einrichtung zu klein. Baulich ist die bestehende Struktur begrenzt, eine weitere Ausdehnung nur in Richtung Kurpark möglich.

Anfang April verkauft die katholische Marienhaus Stiftung die Rosenquelle an die Inoges AG

Suche nach neuen Standorten

Bei der Suche nach einem neuen Standort wurden mehrere Alternativen geprüft. Die verbleibende Baugrube am Bendektinerplatz sei ungeeignet für die Erweiterung des Schwertbades. Ein Bau im Ferberpark politisch nicht mehr durchsetzbar.  Die Alternative in der Jägerstr. scheiterte am Zeitplan des Umzugs der bestehenden Gebäuden der RWTH. Eine mögliche Verlagerung alle Einrichtungen nach Bardenberg wurde nie ausgeschlossen. Die inoges AG konzentriert sich auf den Neubau in der Michaelsbergstr. und die Integration der 2020 übernommen Rosenquelle zu einem Gesundheits- und Kur-Campus Burtscheid auch in Zusammenarbeit mit dem Marienhospital.

Haus des Gastes am Burtscheider Markt

Die Einrichtung der Kur- und Badegesellschaft wird aus den Kurabgaben finanziert und sorgt mit einem Programm für die Freizeit der Kurgäste. In der Praxis wird das Haus aber auch von Burtscheider Bürgern genutzt. Dies könnte erweitert werden.

Veränderungsbedarf entsteht, wenn sich die Reha-Situation verändert. Hier böte sich eine Zusammenarbeit mit den sanierungsbedürftigen Kurparkterrassen an. (siehe Erneuerungsbedarf Kurpark)

Bedarfs- und Potentialanalyse zum Kur- und Reha-Standort Burtscheid

Der Rat der Stadt Aachen hat … am 16.05.2018 die Verwaltung einstimmig beauftragt, mögliche Standortvarianten für die Erweiterung bzw. den Neubau einer zukunftsfähigen Rehaklinik zu erarbeiten, um den Reha Standort Burtscheid langfristig zu sichern. Nach einer entsprechenden Ausschreibung ….erfolgte am 14.11.2018 die Auftragsvergabe an Project M in Kooperation mit Keck Medical. Die Endfassung wurde im Oktober 2019 veröffentlicht.

Präsentation unter: https://www.stadtteilkonferenz-burtscheid.de/arbeitskreise/kurwesen-und-erneuerung-burtscheid-mitte.html


Auszüge aus dem Gutachten

Das Gutachten empfiehlt einen Neubau im Klostergarten und der Grundschule Michaelsbergstr.

Weitere Empfehlungen für den Kur-und Reha Standort
aus dem Endbericht Projekt M Oktober 2019

Erarbeitung eines Masterplans für (gesundheits-)touristische Infrastruktur

  • Attraktivierung und barrierefreie Gestaltung des Kurparks und weiterer Grünflächen
  • Umsetzung und Errichtung eines Kneipp-Tretbeckens sowie weiteren Kneipp-Elementen
  • Aufwertung und Attraktivierung der Kurparkterrassen und Umnutzung u.a. für Therapie- und Kursangebote etc.
  • Weiterentwicklung und Optimierung des Marketing- und Vertriebskonzeptes

Rahmen für ein attraktives Kurwesen

  • Zugang zur und Erlebbarkeit der Rosenquelle
  • Thematische Veranstaltungen und Führungen
  • Infotafeln/ -stelen zur Tradition und der gegenwärtigen Ausrichtung als Reha-Standort
  • Attraktivierung und barrierefreie Gestaltung des Burtscheider Marktes
  • Entwicklung eines Verkehrskonzeptes für das Kurgebiet:
  • Optimierung der Parkplatzsituation in Burtscheid,
  • Entwicklung eines Verkehrslenkungskonzeptes
  • Aktive Ansiedlung für Beherbergungsbetriebe im direkten Umfeld des Burtscheider Marktes

 

Politische Vorentscheidungen:
Neue Bebauungspläne durch Anträge in der Bezirksvertretung, dem Planungsausschuss und dem Stadtrat

  1. Vorkaufsrecht für den Bereich zwischen Benediktinerstraße“, „Adlerberg“ und „Burtscheider Markt „
  2. Bebauungsplan: Michaelsbergstraße – zwischen Dammstraße, Kurbrunnenstraße, Michaelsbergstraße und dem Kurgarten
  3. Vorkaufsrecht für den Bereich zwischen Michaelsbergstraße, Friedrich-Ebert-Allee und Zeise

Gestaltung des öffentlichen Bereichs und Verwendung des ehem. Landesbad und Grube zur Benediktinerstraße

Die Nutzung der ehemaligen Rheumaklinik liegt nun in den Händen der Investoren REAQ (Simon und Wiebelitz). Die Neugestaltung wird unter dem Namen „Quartier 74 Grad“ vermarktetet.

Der Neubau in der Altdorfstr. mit 31 hochwertige Wohnungen mit Flächen zwischen 70 und 210 Quadratmetern wird durch die REAQ Immobilien vermietet, ebenfalls die drei älteren Häuser in der Altdorfstr.  

Das ehemalige Landesbad steht leer. Der ursprüngliche Plan zur Nutzung mit hochwertigen Wohnungen scheint zu Gunsten von Büros geändert. Die Stagnation führt dazu, dass das Gebäude außen beschmiert wird. Die Sanierung des Burtscheider Marktes erfolgt nur noch provisorisch.

Das ehemalige Schwimmbad ist dem Verfall preisgegeben.

Die Planung durch das Büro „kadawittfeldarchitektur“ ist insbesondere für die weitere Umgestaltung des Innenbereiches bis zur Benediktinerstr. öffentlich nicht transparent.

Als „Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung im Kurviertel“ sehen die Planer einen freien Durchgang durch das Quartier vor. So sollen „sowohl der Park im Blockinneren wie auch das alte Quellhaus für die Öffentlichkeit zugänglich sein“ (Zitat Aachener Zeitung 3. Dezember 2015

Das Gelände liegt brach und gibt einen Einblick in die rückwärtigen, teilweise abgerissenen Teile des ehem. Landesbades. Ein Durchgang von der Altdorfstr. existiert nicht.

Der Spielplatz Benediktinerstr. ist verwahrlost.

Empfehlungen Stadtteilkonferenz Burtscheid Arbeitskreis Erhalt und Erweiterung des Reha- und Kur-Standortes (August 2019)

  • Die Stadtteilkonferenz begrüßt die positiven Aussagen des Investors – der inoges AG  (Wolfgang Hoever) mit dem Schwertbad zum Erhalt des Reha-Standortes und der Erweiterungen der bestehenden Kureinrichtungen. Ein Neubau im Klostergelände unter Einbezug des freiwerden Geländes der Grundschule Michaelsberg scheint die beste Lösung. Nun sind der Investor am Zug.  Die Beschlüsse des Stadtrates zu den Bebauungsplänen mit den städtischen Vorkaufrechten sind ein richtige Weichenstellung für die Zukunft und sollten auch genutzt werden.
  • Die Arbeitsplätze und der Kurbetrieb als Wirtschaftsfaktor müssen langfristig gesichert sein.
  • Die Thermalquellen in Burscheid müssen öffentlich als Bademöglichkeiten zugänglich sein.
  • Die Thermalquellen sollten für Gebäude und Einrichtungen in Burtscheid energetisch genutzt werden.
  • Die Rehaeinrichtungen sollen verstärkt ambulanten Reha und offene Gesundheitskurse anbieten.
  • Die Kurparkterrassen als Teil des Kurbetriebs müssen erhalten und erweitert werden.
  • Das Haus des Gastes soll um die Funktion eines Stadtteilbüros ergänzt werden.
  • Der bestehende Kurpark muss aufgewertet werden. Die wichtige Frischluftschneise ins Frankenbergerviertel muss erhalten bleiben. Der Übergang zum Frankenbergerviertel und zum Bürgerpark sollte ausgebaut werden.

Die freiwerden Gebäude des Schwertbades für sozialen Wohnungsbau, altengerechtes Wohnen und nicht für hochpreisige Wohnungen genutzt werden

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